Aktuelles Programm

Hauptsache dabei!

Dabeisein ist alles. Oder: wie ein Telefonanruf alles entscheiden kann.

Vom Wunsch nach Erfolg getrieben stellt sich die Berner Frauenband im Spagat zwischen Karriere und Familie den Fragen des Lebens. Sie entwerfen einen Businessplan und lassen das Publikum bei der Zielsetzung mitentscheiden. Werden die Drei zur Vorband eines amerikanischen Rapstars? Hören wir sie im Schweizer Pavillon der nächsten Weltausstellung? Oder liefert siJamais den Soundtrack zur nächsten Liebeskomödie mit George Clooney?

Die drei Frauen gäben alles für eine Karriere in der grossen weiten Welt und absolvieren mit  Klarinette, Klavier und Kontrabass singend und tanzend einen musikalisch-humoristischen Bewerbungsmarathon. 

Es scheint, dass dem internationalen Durchbruch von siJamais also nichts mehr im Weg steht. Oder etwa doch?

 

Magdalena Nadolska, Regie und Dramaturgie

Magdalena NadolskaGeboren 1980 in Gdynia (Polen)

Ausbildung

2003-2009
Studium der Theaterwissenschaft, Medienwissenschaft und Pädagogik an der Universität Bern
1997-2002
Bündner Kantonsschule Chur
1991-1997
Primar- und Sekundarschule in Lenzerheide
1987-1991
Primarschule in Gdynia (Polen)

Weitere berufliche Tätigkeiten

- Regisseurin und Dramaturgin bei diversen Projekten
- Freie Journalistin bei der "Berner Zeitung", der "Berner Kulturagenda" und bei Radio RaBe
- Mitglied der Theaterleitung der bündnerischen Theatergruppe "Muntanellas"
- Lektorin beim Theaterverlag Elgg

Frühere Programme

Frauen sind keine Engel, 2008
frauensindkeineRegie: Resli Burri

Frauen sind keine Engel. Männer aber auch nicht.

Es wird kräftig mit der Gender-Kelle angerührt und sehr viel behauptet: zum Beispiel, dass Cowboys gut küssen können, dass der Kontrabass ein sperriges Instrument sei, dass die Welt nur den Verliebten gehöre, dass Bio-Orangen auf Weltreise gehen und der Kauf eines Fahrrades eine glückliche Ehe garantiere…
Auf der Suche nach dem (Liebes-)Glück kommen die Frauen ins Philosophieren über Pausen, Hühner und Gruppendynamik, über den Geschmack von Klarinettenblättern und die notwendige Stille während dem Stimmen der Instrumente.

Die eigenwillige Besetzung des Ensembles verlangt nach eigenwilligen Arrangements. Die drei Frauen haben sämtliche gespielten Stücke selber arrangiert, in die Einzelteile zerlegt und wieder zusammengefügt. In Frauen sind keine Engel schlägt siJamais eine Brücke zwischen Stücken aus den beiden letzten Programmen Rouge und Raccolta `08 und neuen Funden aus Flohmärkten, Brockenhäusern- und Dachböden oder brandneuen, unverstaubten, zukünftigen Hits!

Mit Hilfe der Regie von Resli Burri wurden die einzelnen Stücke durch ein Netz von kleinen Aktivitäten, Unfällen, Mono-, und Dialogen verwebt und ergeben einen wenn nicht sinnvollen, so doch sinnlichen und vollen Abend.

Raccolta, 2007

raccolta08"Raccolta" – "Ernte" heisst das neue Projekt von „siJamais“. Geerntet wird eine Auswahl dessen, was die drei Musikerinnen in den letzten vier Jahren an Repertoire, Musik, aber auch Anekdoten aus dem Trioleben angebaut haben.

Da ist zum Beispiel ein swingend- grooviges Solo als Andenken an das Jazzfestival Salzburg im Herbst 2007 ins ständige Repertoire gewandert. Auch ein ländlerhaft - lüpfiger Foxtrott von einem sagenhaften Tanzorchesterauftritt hat den Umstrukturierungen trotzen können. Es ist nicht alles eitel Freude, auch Wehrmutstropfen liegen im Früchtekorb. Etwa „Jerusalem“, ein langsamer Klezmer, der das Theater „au revoir les enfants“ umrahmte oder ein Medley aus Filmmelodien von Nino Rota. Genderfragen („Ich bin eine Frau, die weiss, was sie will“) werden ebenso besprochen, wie Hochzeitsgelüste („Schatz, chouf mir es Velo“), die Schweiz („Guggisbärgerlied“) oder Argentinien (Astor Piazzollas „Kicho“). Und schliesslich „siJamais“ – ein Lied des zukünftigen siJamais- Regisseurs Resli Burri über und für das Ensemble, welches an einen vergangenen Auftritt erinnert.

Nach vielen privaten Anlässen und Einladungen war es knapp zwei Jahre nach ROUGE an der Zeit, ein weiteres abendfüllendes Programm für die Öffentlichkeit auf die Beine zu stellen. Das „Hochdeutsche“ und „Lyrische“, das in ROUGE das Bild und Wort prägte, ist einem spontanen Kommentieren und Erzählen gewichen. Der Humor hat sich in die Musik geschlichen: Stilmischungen, eigenwillige Interpretationen, Instrumentenwechsel, Vokal-, und kleine Tanzeinlagen prägen das Geschehen.

Die Erlebnisse der letzten Jahre aufleben zu lassen, und das nicht ganz ohne Nostalgie, ist Teil des Konzeptes. Die Form ist absichtlich frei und lässt so Spielraum für spontane Veränderungen und Anpassungen. Die „Raccolta“ ist selten zweimal die Gleiche; Früchte können neu gereift oder wegen Fäulnis heraussortiert, Kommentare ausgebaut oder gestrichen werden. Neue Erlebnisse werden selbstverständlich eingebaut, sofern wir sie verraten möchten…

Rouge, 2006
rougeRegie: Nicolai Bernard

Im Herbst 2006 lässt das siJamais die Katze aus dem Sack: ein abendfüllendes Musiktheaterprogramm. Was wie ein klassisches Trio-Konzert in eleganter Abendgarderobe beginnt, entwickelt sich zum Wechselbad der Gefühle. Die drei Musikerinnen kommen immer mehr von ihrem etwas steifen Programm ab. So erfährt das Publikum etwas über den wahren Hintergrund der Mondscheinsonate und wird Zeuge eines zauberhaften Tanzes. Ein Abschiedsbrief wird geschrieben.

Und jemand weiss ganz genau, wie es um die Männer und die Wahrheit steht. Und irgendwo blühn` tausend rote Rosen… Der Abend droht mehrere Male in heftige Konflikte zu entgleisen, aber die Drei finden immer wieder zum roten Faden zurück. Es darf geschmunzelt und philosophiert, gerätselt und geträumt werden. Ein emotionaler, musikalischer, zynischer, schräger, frecher, melancholischer, provokativer, nachdenklicher Abend.